Fell'sche Mont-Cenis-Bahn

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Die Bahn wurde in der gleichen Zeit wie der Mont-Cenis-Tunnel gebaut.
Sie führte von Susa in Italien nach Lanslebourg und Modane in Frankreich entlang einer Passstraße bis in über 2000 m Höhe!
Zur Bewältigung der großen Steigungen wurde ein von J.B. Fell weiterentwickeltes System zur Vergrößerung der Schienenreibung verwendet.

 

Der Hintergrund des Bahnbaus klingt zunächst etwas unglaublich: Es sollte mit der Bahn die "Indian Mail" transportiert werden, solange der Mont-Cenis-Tunnel noch nicht fertiggestellt war. England war auf eine schnelle und sichere Kommunikation mit seinen Kolonien, insbesondere Indien, angewiesen. Der Weg dorthin per Bahn und Schiff war aber noch an zwei Stellen unterbrochen: Bei der Landenge von Suez und dem kurzen Stück zwischen Modane und Susa. Der Suez-Kanals würde in Kürze vollendet sein und damit bliebe als einzige Unterbrechung nur noch der Mont Cenis. Der Tunnelbau wurde auf 25 Jahre geschätzt, da konnte man doch sicherlich in der Zwischenzeit noch ein gutes Geschäft mit der Mont-Cenis-Bahn machen? Die Bahn wurde in der Rekordzeit von nur drei Jahren projektiert und gebaut. Leider wurde durch den Fortschritt im Tunnelbau auch dieser viel früher fertig, wodurch die Bahn insgesamt nur drei Jahre lang betrieben wurde. Ein finanzielles Fiasko für Herrn Fell und seine Investoren.

 

Die Technik

J.B. Fell entwickelte ein System zur Vergrößerung der Schienenreibung weiter, um die Steigungen überwinden zu können.
Dazu wurde in der Mitte beider Geleise ein zusätzliches etwas erhöht angebracht. An dieses pressten sich dann zusätzliche horizontale Antriebsräder. Dadurch konnten die übertragenen Antriebskräfte quasi verdoppelt werden. 

 

In der Spurmitte ist das dritte,
erhöhte Geleis zu erkennen
Die Spurbreite betrug 1.100 mm Straßenschild in Susa
 

 

 

Die Strecke

Die Bahn wurde größtenteils auf der bereits bestehenden Passstraße trassiert.
Diese war mit einer Breite von normalerweise neun Metern ausreichend breit,
so dass sie auch für Fuhrwerke und Schlitten noch genügend Platz bot.
Nur in Ausnahmefällen (große Steigungen, enge Kehren)
wichen die Trassierungen von Bahn und Straße voneinander ab.

 

Der Bahnhof in Susa

Dieser Schuppen ist angeblich weitestgehend im Originalzustand. Hier wurden die Güter und Personen von der Hauptbahnstrecke aus Turin kommend in die Mont-Cenis-Bahn umgeladen.

 

Refugium entlang der Trasse

Die Häuser dürften sowohl dem Straßen-,
als auch dem Bahnverkehr gedient haben.

 

Tunneleingang in einer Kehre

Die Bahn konnte aufgrund des geringen Kurvendurchmessers der Straße in engen Kehren nicht folgen. An diesen Stellen wurden kurze Kehrtunnel angelegt.

Filmarbeiten im Kehrtunnel

Der helle Lichtschweif ist kein Kugelblitz,
sondern eine Taschenlampe in Langzeitbelichtung

 

Schutzverbauung

In den höheren Lagen wurden zunehmend Schutzröhren gegen Steinschlag und Lawinen angelegt

Ein weiterer Tunnel

Im Laufe der Zeit wurde dieser beträchtlich zusammengedrückt

 

Schutzverbauung Schutzverbauung von Innen

 

Die Ebene von S. Nicolao

Im Hintergrund die Serpentinen der "Grand Scala"

 

Panorama der Ebene von S. Nicolao

Die Trasse der Bahn (rote Linie) weicht hier deutlich von der Straße ab, um die steilen Serpentinen zu umgehen.

 

Infotafeln zur Bahn Tunnel über der Ebene von S. Nicolao Blick aus dem Tunnel auf die Ebene

 

Lawinen-Schutzverbauung Lawinen-Schutzverbauung Blick von der südlichen Passhöhe in
Richtung der Ebene von S. Nicolao

 

Panorama der Passebene

Bei schönem Wetter ist der Ausblick einfach überwältigend!

 

Stausee

Die Trasse der Bahn führt an dieser Stelle
durch den See

Höchster Punkt des Passes

2083 m

Richtung Lanslebourg

Die Strecke führt über weit auslaufende
Serpentinen wieder ins Tal